Beschreibung
- Cabernet Sauvignon 65%, Merlot 30%, Cabernet Franc 4%, Petit Verdot 1%
- rot, trocken
- 14,5% Vol.
- Trinkreife: 2030–2068
- Verpackt in: 6er OHK flach
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- Lobenberg: 100/100
- Vinum: 20/20
- Jeb Dunnuck: 100/100
- VertdeVin: 100/100
- Suckling: 99–100/100
- Parker: 98–100/100
- Gerstl: 20/20
- Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Smith Haut Lafitte, , 33650 Martillac, FRANKREICH
Lobenberg: Die Besitzer dieses Weinguts sind Florence und Daniel Cathiard. 2020 besteht der Wein aus 65 Prozent Cabernet Sauvignon, 30 Prozent Merlot, vier Prozent Cabernet Franc und ein Prozent Petit Verdot. Es wurden in 2020 nur 30 Hektoliter pro Hektar geerntet. Da die Reben hier in Dichtpflanzung stehen, liegt der Ertrag pro Rebstock bei unter einem halben Kilo. Nach der spontanen Fermentation in Holzfudern erfolgt die Malo und der Ausbau zu 60 Prozent in neuen Barriques, zu 40 Prozent in gebrauchten. Die Auswahl des Holzes hat sich im Laufe der Zeit in Richtung Burgund verschoben, zu Holz mit dichteren Poren und weniger Toasting. Smith Haut Lafitte ist in der Weinbergsarbeit seit Jahren komplett organisch zertifiziert. Der Wein selbst wird aber nicht zertifiziert, weil das Château sich eine bestimmte Behandlung als Prävention gegen Brettanomyces vorbehält. Nach der Fermentation werden die Weine chargenweise komplett auf Bakterien analysiert. Gefährdete Mengen durchlaufen – ähnlich wie bei Château de Beaucastel an der Rhône – ein ultrakurze Erhitzung und Abkühlung. Keine Zugabe sonstiger Stoffe, ausschließlich natürliche Hitze und Kälte, weil das die Brettanomyces-Bakterien unverzüglich abtötet. Dadurch ist Smith immer frei von Brett, genau wie Beaucastel. Dies wird allerdings von Demeter und anderen Verbänden nicht erlaubt. Smith verzichtet also auf die letzte Zertifizierung des fertigen Weins und ist nur in den Weinbergen biologisch-organisch zertifiziert. Die Böden auf Smith Haut Lafitte bestehen aus Kies und Lehm, teilweise ist auch ein wenig Kalkstein dabei. In den trockenen Jahren, wie wir sie spätestens seit 2015 immer öfter haben, perfekt geeignet, da der Lehm ein hervorragender Wasserspeicher ist. Nur die jungen Reben sind gefährdet. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings kein einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Zumal Mitte August circa 80 Millimeter Regen fielen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Auf Smith Haut Lafitte war ich besonders gespannt. Der erste große Wein aus Pessac-Léognan, den ich dieses Jahr probiere, nach all den Riesen, die es schon gab. Smith Haut Lafitte hat 2018 und 2019 mit das Beste erzeugt, was es im Jahrgang überhaupt gab. Und jetzt so ein reifes Jahr, ein Jahr in dem Terroirs wie Smith perfekt dastehen können. Die Nase ist reif, aber was mich sehr erfreut: sie ist längst nicht so hochreif wie die Pomerols, die wir zuvor bei Moueix probiert haben. Eine wunderschöne Würze. Lakritz, schwarze Kirsche, blumig, wie alles in diesem Jahrgang. Schöne Veilchennote, aber auch viel Grafit. Das kommt ein wenig von den kiesigen Böden. Fast an Stein erinnernd. Ein bisschen Pimentpfeffer und schwarzer Pfeffer. Schick, stylisch, aber nicht hochreif. Reif, mit gutem Grip. Der Mund ist atemberaubend. Aber auch atemberaubend anders, überraschend. Reif, ganz reif sogar. Und trotzdem hat der Wein unglaublich Biss und Grip. Es ist nicht das Holz, sondern die Mineralität und die Spannung der Frucht. Die Frucht ist ganz reif und gleichzeitig sehr frisch. Unglaublich kühler Trinkfluss. Auch hier wieder Veilchen, es kommt auch ein bisschen Cassis hinter der schwarzen Kirsche. Wieder Grafit und relativ stramm schwarzer Pfeffer, mit einer wunderschönen Schärfe auf der Zungenspitze. Tolle Säure, hinten hochrollend. Das ganze in einer salzig-frischen, schwarzfruchtigen Wolke endend. Wie ich schon so oft am rechten Ufer sagte: Das Jahr erinnert mich an 2016. So muss ich es auch hier sagen. Das ist nicht 2016, sondern eine frischere und zugleich reifere Version von 2018, mit riesigen Tanninmassen. Und wie einige Weine in Pauillac – ich erinnere mich da gern an Vorgestern, an Pichon Comtesse – hat 2020 hier bei Smith eben doch einen guten Touch an klassischer Ausrichtung. Also eine ganz spannende Kombination aus 2016 und 2018, ein Touch Frische aus 2019. Und dazu eine hohe Reife und Tannindichte, wie ich sie in Bordeaux noch nie zuvor probiert habe. Ich bewerte Smith 2020 nicht höher als 2018 und 2019. Es sind alles große Jahre, alle sind sie unterschiedlich. Aber 2020 gehört definitiv in die gleiche Linie. Der 2020er wird früher zugänglich sein als 2019 und 2016. Eher auf dem Level von 2018 liegend. Zugleich wird Smith – wie alle großen Weine des Jahres – ein Wein für die Ewigkeit. Diese wahnsinnigen Tanninmassen, die zugleich fein daherkommen, halten den Wein für einen unglaublich langen Zeitraum frisch. Er wird nach fünf bis acht Jahren toll zu trinken sein, aber nach 20 oder 30 Jahren zur Hochform auflaufen. Großer Stoff! Und wie ich schon sagte: in einer Klasse mit 2016, 2018 und 2019. Da muss er sich nicht verstecken, denn er spiegelt wiederum einen einzigartigen Charakter wider.






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